Wildtiere

Sie haben ein verletztes Tier gefunden oder sind sich nicht sicher, was zu tun ist? – Dieser kleine Ratgeber kann Ihnen dabei helfen die richtige Entscheidung zu treffen.


 

Nicht jedes Tier benötigt Ihre Hilfe – wenn doch, ist die richtige Hilfe wichtig.


 

Wildtiere unterliegen dem Tierschutzrecht; manche Arten aber unterliegen dem Jagd- und Naturschutzrecht. Finden Sie verletzte oder verwaiste Tiere und nehmen sie an sich, so müssen Sie dies umgehend der Polizei oder dem zuständigen Jäger mitteilen, da Sie sich sonst strafbar machen – auch bei toten Tieren müssen Sie eine Meldung machen.

Grundsätzlich sollten Sie sich die Frage stellen, ob es für ein Wildtier besser ist, ihm zu helfen, es aufzunehmen oder es dem natürlichen Lauf der Dinge zu überlassen. So schlimm dies vielleicht auch klingen mag, gehört die natürliche Auslese sowie der Tod doch unweigerlich zum Kreislauf der Natur. Enger Kontakt zu Menschen, auch gut gemeinte Pflege, bedeuten für Wildtiere sehr hohen Stress.


 
 

Die richtige Hilfe


Vorsicht geboten: verletzte Tiere können Sie in Todesangst mit ihren Krallen, Schnäbeln oder Zähnen verletzen! Am Besten schützen Sie sich mit Handschuhen und Tüchern. Verletzungen durch das Tier sollten direkt desinfiziert werden, da das Tier mit unter Krankheiten übertragen kann; im Zweifelsfall suchen Sie einen Arzt auf. Sollte ein Wildtier auffälliges und abnormales Verhalten zeigen (zutraulich, aggressiv)  informieren Sie bitte den zuständigen Jagdausübungsberechtigten oder das Landratsamt; das gleiche gilt für das Finden toter Tiere in Seuchenlagen (bspw. Schweinepest, Vogelgrippe, Tollwut).

Sollten Sie in einem Wohngebiet oder im Straßenverkehr auf ein Wildtier treffen und es geht eine unmittelbare Gefahr von ihm aus, informieren sie das zuständige Ordnungsamt oder die Polizeidienststelle.  

 
Vögel

Sollten Sie einen jungen Vogel finden und helfen wollen, sollten Sie beachten, dass Jungtiere nur in den wenigsten Fällen menschliche Hilfe benötigen. Jungvögel “stürzen” sehr oft bei den ersten Flugversuchen ab, sind aber weitgehend unverletzt. Von den Elterntieren werden sie noch einige Tage lang gefüttert, während sie am Boden sitzen. Übereifrige Katzen oder Hunde können Sie von diesem Jungvogel fernhalten; das Tier füttern sollten Sie jedoch nicht. Sie können das Tier auch aus der Gefahrenzone bringen, indem Sie es an einen erhöhten Platz (einen Ast) oder vom Weg in einen geschützten Bereich setzen. 

Vögel mit offenen Wunden oder Brüchen oder anderen Verletzungen brauchen Hilfe und spezielle Pflege. In diesem Fall ist es sinnvoll sich bei einem Tierarzt des Vertrauens zu melden oder auch bei einem Jäger. Es ist oft nicht möglich verletzte Wildvögel wieder in die Natur zurückzubringen; in diesem Fall sollte über ein Einschläfern des Tieres nachgedacht werden.  


Füchse & Fuchswelpen

Füchse können schwerwiegende Krankheiten auf den Menschen übertragen; man sollte daher Abstand zu dem Tier wahren. Krankheitsbedingt können die Tiere ein unnatürliches Fluchtverhalten haben – sie flüchten nicht, obwohl Sie sich dem Tier nähern. 

Sollten Sie einen Fuchswelpen finden, der alleine zu sein scheint, so beobachten Sie aus genügend Entfernung ob das Tier nach 2-4 Stunden immer noch alleine ist. Sollte nach einer längeren Zeit das Muttertier immer noch nicht aufgetaucht sein, so kann man davon ausgehen, dass es nicht mehr lebt. Ein Eingreifen ist hier denkbar. 

Bei einem Verdacht auf eine Tierseuche informieren Sie bitte im Zweifelsfall den zuständigen Jäger oder Veterinäramt. 


Igel

Fast alle Tiere sind ohne Hilfe in der Natur überlebensfähig. Sollten Sie jedoch einen Igel finden, welcher bei Dauerforst und/oder Schnee herumläuft und auf Nahrungssuche ist, ist menschliche Hilfe nützlich. Igel sollten kurz vor Beginn des Winters nicht weit unter 500 Gramm wiegen.

Als Maßnahme ohne Einsammeln des Tieres können Sie den Igel mit Futter versorgen: Katzen- oder Hunde-Dosenfutter; es geht aber auch ungewürztes Rührei. Unter keinen Umständen Milch geben!

Sollte das Tier offensichtlich verletzt sein, so kontaktieren Sie den Tierarzt ihres Vertrauens oder eine örtliche Igelstation.

  • Milch verursacht bei Igeln aufgrund des Milchzuckers erheblichen Durchfall. In Folge sind Darmentzündungen und Infektionen möglich, welche häufig tödlich enden! Es genügt, wenn man ihnen Wasser in flachen Schälchen oder kippsicheren Näpfen reicht.

Wildschweine

Sollten Sie einen Frischling entdecken, so verlassen sie äußerst zügig diesen Bereich. Das Elterntier ist sehr wahrscheinlich in der Nähe und wartet, bis Sie wieder verschwunden sind. Nähern Sie sich unter keinen Umständen dem Tier, da Wildschweine sehr wehrhaft sein können und es zu erheblichen Verletzungen kommen kann, sollte Sie ein Tier angreifen. 

Sollte der Frischling verletzt sein, so wenden Sie sich im Zweifelsfall an das zuständige Veterinäramt oder den zuständigen Jäger.


Wildkaninchen

Falls Sie ein apathisches Tier mit eitrig zugeschwollenen Augen finden, fassen Sie es nach Möglichkeit nicht an. In den Sommermonaten ist es häufig Myxomatose, an welcher die Tiere leiden – eine Virusinfektion, welche von Stechmücken übertragen wird und in nahezu allen Fällen tödlich verläuft. 

Wildkaninchen, wie auch Wildschweine dürfen nach menschlicher Obhut nicht wieder ausgesetzt werden. 


Feldhasen & Rehkitze

Rehkitze und junge Feldhasen dürfen nicht vom Mensch berührt werden, da es sonst nicht mehr vom Muttertier angenommen wird. Die Jungtiere verweilen häufig in einer bewegungslosen Haltung, während das Muttertier auf Nahrungssuche ist. 

Eine Aufzucht durch Menschenhand gelingt nur äußerst selten. 


  Sie sind ab der Aufnahme für das Tier verantwortlich und übernehmen Haftung und anfallende Kosten.
 

Benötigen Sie weitere Auskunft über Wildtiere, so können Sie den zuständigen Jagdausübungsberechtigten fragen. Seine Kontaktdaten erhalten Sie bei der unteren Jagdbehörde ihres Kreises oder einer örtlichen Polizeidienststelle. Die zuständige Veterinärbehörde finden Sie bei Ihrem Landratsamt oder im Rathaus. 

Die Kontaktdaten der Polizei bekommen sie unter www.polizei.hessen.de 

 
 

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