Endoparasiten

Sogenannte Endoparasiten leben im im Inneren unserer Haustiere. Es handelt sich dabei um verschiedene Wurmarten und Einzeller. Diese Organismen haben sich seit Jahrmillionen an das Körperinnere der Tiere (und Menschen) als Lebensraum angepasst. Innerhalb der Evolution haben sie sozusagen einen parallelen Verlauf zu ihren Wirten genommen. Hat sich der Wirt in seiner Fortentwicklung etwas einfallen lassen, findet auch der Parasit einen Kniff wie er unseren Tieren wieder beikommt um seinen Lebensraum nicht zu verlieren. Dabei ist es zu den kuriosesten Entwicklungszyklen über viele Stadien gekommen. Man kommt nicht umhin in gewisser Weise die Vielfältigkeit und den Einfallsreichtum der Natur selbst in diesem Fall zu bewundern. Leider sind viele dieser Parasiten gleichzeitig zu ihrem Schmarotzertum auch Krankheitserreger. Sie schaden den Tieren und falls sie auf den Menschen übertragbar sind auch uns. Teilweise erst ab einer bestimmten Menge, teilweise aber auch schon bei sehr geringradigem Befall  können gesundheitliche Probleme auftreten. Bei den Würmern unterscheidet man die Gattungen der Bandwürmer, Hakenwürmer, Spulwürmer, Lungenwürmer und Peitschwürmer.

Bei den Einzellern gibt es die begeisselten Flagellaten mit einer Art Ruderschwanz wie Trichomonas und Giardien. Sowie Einzeller ohne Geissel wie Kokkzidien. Zu den Einzellern ohne Flagellen gehören auch die Blutparasiten, auf die wir hier aber nicht näher eingehen. Allen Wurmarten ist gemeinsam dass sie hauptsächlich im Darm parasitieren, allerdings werden häufig während des Entwicklungszyklus der Würmer vom Ei über die Larve bis zum ausgewachsenen Wurm verschiedenste Körperregionen befallen oder auch nur durchwandert. Es gibt Arten bei denen die Larven die Darmwand durchbohren um dann als erwachsene Würmer in der Lunge zu leben und dort natürlich Entzündungen der Atemwege mit Symptomen wie Husten und Atemnot hervorrufen. Andere Arten bilden Zysten oder Dauerformen in Leber, wieder andere parasitieren in der Muskulatur als Dauerlarve. Die nächsten wandern über die Blutgefässe in die Unterhaut oder leben als Erwachsener Wurm im Herz usw. Es werden Stellenweise sogar andere Organismen wie Schnecken oder Flöhe mit Larven befallen um sie als Transportmedium zum Endwirt zu benutzen. Gegen diese raffinierten Vorgehensweisen der Parasiten gibt uns die moderne Medizin in Form von modernen effektiven Antiparasitika eine Waffe in die Hand um unsere Tiere von einem Endoparasitenbefall zu befreien. Die modernen Antiparasitika wie sie eigentlich jeder in Form von Wurmtabletten oder Spot-Ons kennt. Diese töten im Körper vorhandene Parasiten ab, ähnlich wie es Antibiotika mit bakteriellen Krankheitserregern tun. Bevor es diese Medikamente gab war praktisch jedes Tier und jeder Mensch stark mit Parasiten befallen. Sie verhindern allerdings nicht, dass es zu einer Neuinfektion kommen kann nachdem der Wirkspiegel im Körper abgesunken ist. Das heißt es muss eine regelmässige Wiederholung der Anwendung erfolgen. Einige der Parasiten sind sogar auf den Menschen übertragbar und können auch hier zu massiven gesundheitlichen Problemen führen. Deshalb ist es um so wichtiger diese Behandlungszyklen einzuhalten. Wie oft die Behandlungen wiederholt werden müssen, richtet sich nach dem individuellen Infektionsrisiko. Empfohlen wird bei Haushund oder Katze eine Endoparasitenbehandlung mindestens alle drei Monate. Besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen wie zum Beispiel bei Jagdhunden oder bei stark Mäuse fangenden Katzen sollten die Abstände kürzer gehalten werden. Wenn keine Behandlung durchgeführt wird sollte aber statt dessen eine Kotuntersuchung gemacht werden um einen Befall auszuschliessen.

Insgesamt kommen Würmer bei Hund und Katze häufiger vor als von den Besitzern angenommen. Der Hakenwurmbefall des Hundes z.B. lag im Bundesdurchschnitt bei 8,6% bei der letzten flächendeckenden Untersuchung. Bei Jungtieren ist die Verwurmungsrate noch um ein Vielfaches höher, weshalb hier häufig schwere parasitär bedingte Erkrankungen vorkommen. Es spielen natürlich auch die hygienischen Verhältnisse eine Rolle allerdings kann man die wenigsten Tiere davon abhalten etwas ins Maul zu nehmen und sich zu infizieren. Für den Besitzer ist ausser in hochgradigen Fällen der Parasitenbefall nicht von aussen Erkennbar, sondern nur durch eine Mikroskopische Untersuchung des Kotes nachweisbar. Anzeichen für ein vorhandenes Problem können Abmagerung, Durchfall, blasse Schleimhäute, Bauchschmerzen, Juckreiz im Analbereich, Hautprobleme, struppiges Fell sein.